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Meng Landwirtschaft fordert konkrete Schritte für eine nachhaltige Agrarwende

CELL / Debora Paolini

7 Min. Lesen

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10. Oktober 2025

🌾 Meng Landwirtschaft übergibt neues Plädoyer an Landwirtschaftsministerin

Am 9. Oktober 2025 wird die Plattform Meng Landwirtschaft, der 21 luxemburgische Organisationen vereint, stellte sein neues Plädoyer für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik an die zuständige Ministerin, Martine Hansen.
Leider bleibt der Dialog begrenzt und es werden keine strukturellen Veränderungen eingeleitet, obwohl die zentralen Herausforderungen bestehen bleiben: Schutz des Klimas, der Umwelt und des Tierschutzes, Stagnation im Bio-Sektor, geringe Selbstversorgung mit gesunden und nachhaltigen Produkten und fehlende Perspektiven für die Landwirtinnen und Landwirte des Landes.

Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion betreffen die gesamte Gesellschaft. Deshalb Meng Landwirtschaft fordert die Ministerin auf, ein partizipativer Prozess - ähnlich dem Europäischer Strategiedialog über die Zukunft der Landwirtschaft - um gemeinsam mit allen Akteuren Wege zu einer nachhaltigen luxemburgischen Landwirtschaft zu definieren.
Die Ministerin lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und verwies die Plattform an die Landwirtschaftskammer. Für Meng Landwirtschaft ist es eine verpasste Gelegenheit, ihre Rolle als Vermittlerin voll wahrzunehmen zwischen den verschiedenen Akteuren.

Eine Landwirtschaft, die grundlegend überdacht werden muss

Heute ist die landwirtschaftliche Produktion in Luxemburg stark auf die Milchviehhaltung ausgerichtet: 85 % der Flächen werden für Tierfutter verwendet, wovon 84 % zusätzliche Flächen in Luxemburg und im Ausland erfordern. Die Plattform fordert daher klare politische Rahmenbedingungen um die Verringerung des Viehbestands und die Diversifizierung der Produktion zu fördern.

Bio: nachhaltig, aber gebremst

Obwohl die ökologische Landwirtschaft als nachhaltiger anerkannt wird, stagniert ihr Wachstum. Der Posten von Bio-Koordinator im Ministerium bleibt unbesetzt, und der angekündigte Aktionsplan lässt immer noch auf sich warten. Bio muss endlich werden ein Referenzmodell, Die Regierung hat das Land auf allen Ebenen unterstützt.

Unzureichende Umweltprogramme

Trotz zahlreicher Agrarumweltmaßnahmen, der Zustand der Natur verbessert sich nicht. Die Studien der’Umweltobservatorium empfehlen 25 % für ökologische Maßnahmen auf Ackerland und 30 % auf Wiesen - Ziele, die noch lange nicht erreicht sind. Die ökologische Wiederherstellung muss auch das Ackerland selbst betreffen und alle landwirtschaftlichen Betriebe einbeziehen.

Partizipation statt Ausgrenzung

Meng Landwirtschaft beklagt den anhaltenden Ausschluss der Zivilgesellschaft von Entscheidungsprozessen. Weder die Plattform noch der Ökologische Bewegung, noch die Bioveregung wurden nicht zum Landwirtschaftsdësch (Runder Tisch Landwirtschaft). Luxemburg braucht einen Raum für offenen Dialog über die Zukunft seiner Landwirtschaft und bringt alle Akteure zusammen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Meng Landwirtschaft fordert Ministerin zum Handeln auf :

  • Diversifizierung der Produktion und Verringerung der Viehbestände

  • Stärkung der ökologischen Landwirtschaft

  • Umweltprogramme effektiver machen

  • Systematische Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der BürgerInnen

«Luxemburg braucht neue Wurzeln für seine Landwirtschaft - fair und nachhaltig.»

Gegründet 2010, Meng Landwirtschaft umfasst NGOs, die in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit, fairer Handel und Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Sie setzt sich seit 15 Jahren für eine agrarökologischer und solidarischer Übergang.

📧 ul.tlewmerutan@tfahcstriwdnalgnem
🌐 www.meng-landwirtschaft.lu

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DE:

Am Donnerstag, dem 9. Oktober 2025 hat die Plattform Meng Landwirtschaft, mit ihren 21 Trägerorganisationen, ihr neues Plädoyer für eine Neuausrichtung der Landwirtschaft an die zuständige Ministerin Martine Hansen überreicht. Leider fehlt immer noch die Dialogbereitschaft und ein grundlegendes Umdenken in der Agrarpolitik. Zentrale Herausforderungen bleiben ungelöst. Dabei geht es nicht nur um die Probleme beim Umwelt-, Klima-, Tier- und Naturschutz, sondern auch um die Stagnation im Biolandbau, den niedrigen Versorgungsgrad der Bevölkerung mit gesunden, nachhaltig-biologischen und lokal erzeugten Lebensmitteln sowie die mangelnden Zukunftsperspektiven für die luxemburgischen Landwirtinnen und Landwirte.
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion gehen nicht nur diejenigen, die im landwirtschaftlichen Sektor tätig sind, sondern auch uns alle an. Meng Landwirtschaft appellierte in diesem Sinne an die Landwirtschaftsministerin, einen Prozess ähnlich dem Strategischen Dialog zur Zukunft der europäischen Landwirtschaft ins Leben zu rufen, um gemeinsam mit allen Akteuren Wege zu einer zukunftsfähigen Luxemburger Landwirtschaft zu entwickeln. Leider erklärte sich die Ministerin hierzu nicht bereit und verwies Meng Landwirtschaft in dieser Angelegenheit an die Landwirtschaftskammer.
Für Meng Landwirtschaft verpasst die Ministerin damit eine wichtige Chance, ihre zentrale Moderationsrolle zwischen den verschiedenen Akteuren im Sinne einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu nutzen.

Die luxemburgische Landwirtschaft ist stark auf Milchproduktion spezialisiert. Das einheimische Grünland liefert jedoch nur 16% des Grundfutters für die Milchkühe. Die verbleibenden 84% erfordern Ackerflächen im In- und Ausland. Insgesamt werden etwa 85% der landwirtschaftlichen Fläche für Nutztiere verwendet, wobei lediglich 65%, ohne zusätzliche Futtermittelimporte, nachhaltig wäre. Es braucht klare politische Rahmenbedingungen und Unterstützung für Betriebe um die Tierbestände zu reduzieren und die landwirtschaftliche Produktion insgesamt zu diversifizieren.

Biolandbau: nachhaltig, aber ausgebremst
Obwohl der ökologische Landbau nachweislich nachhaltiger ist, stagniert seine Entwicklung in Luxemburg. Die Stelle des “Biobeauftragten” im Ministerium etwa ist immer noch unbesetzt, und der angekündigte Bioaktionsplan lässt weiter auf sich warten. Bio muss endlich als Leitbild anerkannt und konsequent auf allen Ebenen gefördert werden.

Agrarumweltprogramme greifen zu kurz
Trotz zahlreicher Agrarumweltmaßnahmen zeigt sich kein Fortschritt beim Zustand der Natur. Studien für das Observatoire de l'Environnement weisen auf einen Bedarf von 25 % ökologischen Maßnahmen auf Ackerflächen und 30 % auf Grünland hin - von dem Luxemburg allerdings meilenweit entfernt ist. Renaturierung darf nicht nur in Wäldern oder auf Schutzflächen stattfinden, auch die landwirtschaftlichen Flächen selbst müssen Teil der Lösung werden. Eine nachhaltige Transformation gelingt zudem nur, wenn alle Betriebe stärker eingebunden werden.

Beteiligung statt Ausschluss
Meng Landwirtschaft kritisiert, dass Akteure der Zivilgesellschaft in Entscheidungsprozessen nicht eingebunden werden. Trotz Nachfragen wurden sowohl Meng Landwirtschaft als auch das Mouvement écologique sowie die Biovereenegung vom sogenannten Landwirtschaftsdësch ausgeschlossen. Luxemburg braucht endlich einen offenen Landwirtschaftsdësch über die zukünftige Ausrichtung der Landwirtschaft, an dem alle Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln - so wie es die EU-Kommission im Strategischen Dialog erfolgreich vorgemacht hat.

Meng Landwirtschaft fordert die Ministerin auf, klare Schritte einzuleiten:

  • Diversifizierung der Landwirtschaft und Reduktion der Tierbestände

  • Stärkung des Biolandbaus
  • Effektive Umweltprogramme mit zielführenden Ergebnissen
  • Verbindliche Einbindung von NGOs und Bürger*innen in agrarpolitische Diskussionen und Entscheidungsprozesse

Luxemburg braucht neue Wurzeln für seine Landwirtschaft - gerecht und zukunftsfähig!

 

Meng Landwirtschaft: seit 15 Jahren engagiert für eine Agrarwende 
Meng Landwirtschaft ist eine Plattform luxemburgischer Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Themen rund um Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt, Naturschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz, Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit befassen. Meng Landwirtschaft will die öffentliche Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft in Luxemburg anregen und aktiv mitgestalten. Die Plattform wurde 2010 gegründet und präsentierte 2014 erstmals ihre agrarpolitischen Forderungen. Im Sommer 2025 wurde die vierte Auflage der Plädoyers von Meng Landwirtschaft veröffentlicht.
Das neue Plädoyer wird von folgenden 21 Organisationen getragen: natur&ëmwelt a.s.b.l., Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg a.s.b.l., Greenpeace Luxemburg, Action Solidarité Tiers Monde, SOS Faim Luxemburg, Mouvement écologique, etika, CELL, Slow Food Luxemburg, Cercle de Coopération, Aide à l'Enfance de l'Inde et du Nepal, Lëtzebuerger Landesverband fir Beienzuucht, SEED, Kampagne ‘ohne Pestizide‘, Fairtrade Lëtzebuerg, Frères des Hommes, Foodsharing Luxembourg, Netzwierk Agroökologie, Fondation Partage, Ligue CTF, Vegan Society Luxembourg.
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